Ausländer in Russland
Zum Glück nicht Ausländer in Deutschland
Wir Deutschen haben eine Kultur des Umgangs mit Ausländern entwickelt, die auf einer mal formalistischen, mal opportunistischen "Political Correctness" basiert. Die hat nichts mit parteipolitischer Orientierung zu tun, noch nicht einmal mit gespielter Gastfreundschaft. Dafür aber mit unserer typisch deutschen und deshalb gründlichen Harmonie- und Konsenssucht.
Bei uns sagt man nicht (mehr) Neger, sondern Schwarzafrikaner oder Afroamerikaner. Jedenfalls öffentlich. Selbst das Wort Ausländer wird im allgemeinen offiziellen Sprachgebrauch durch politisch korrektere, amtliche Sprachregelungen wie Menschen mit Migrationshintergrund substituiert. So als wollten wir damit der Welt und uns selbst Liberalität, Gerechtigkeit und Korrektheit im Umgang mit nichtdeutschen Menschen demonstrieren und als solle dadurch die etwa an deutschen Stammtischen und bis in die Eliten hinein verbreitete teils latente, teils subtile Ausländerfeindlichkeit in unserem Land kaschiert werden.
Dafür spricht man heute wieder von Russen statt von Sowjets. Das mag einer historischen Logik folgen. Nur war bis 1989 ersteres im Osten und letzteres im Westen Deutschlands negativ besetzt. Auch aus "Political Correctness". "Die Russen kommen" lese ich heute - zum Glück - nur noch im Zusammenhang mit russischen Unternehmen, die nach Deutschland streben.
Für mich, in dessen Land der Ausländer ungeachtet aller staatlichen Integrationsrhetorik immer irgendwie eine halbe Treppenstufe unter dem Deutschen steht, war das Dutzend Jahre Ausländersein in Russland eine nicht ganz unwichtige Lebenserfahrung. Denn hier ist alles genauso. Nur anders.
Weiter lesen Sie zum Thema Ausländer in Russland
| Kontakt | Gästebuch| FAQ| Disclaimer| Impressum| |
|




